Kleine Freiburger Musiktage: "sei solo"

drittes Konzert: 6 Partiten für Klavier solo von J.s.Bach mit schaghajegh nosrati

English version

Sonntag, 17.07.2021      

11Uhr     

  

Ort: Schloss Ebnet, Zehntscheune

Schwarzwaldstr. 278, 79117 Freiburg

 

 

Anfahrt und Parkmöglichkeiten:

Die Anfahrt ist ausschließlich von der Schwarzwaldstrasse über die kleine Schlossbrücke in den Schlosshof möglich.

Parkmöglichkeiten stehen auf dem Schlossgelände ausreichend zur Verfügung.


Programm

Sonntag, 17.07.2022, 11Uhr

 

 

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

 

Partita Nr. 4 D-Dur, BWV 828

Partita Nr. 3 a-Moll, BWV 827

Partital Nr. 1 B-Dur, BWV 825

 

Pause

 

Partita Nr. 2 c-Moll, BWV 826

Partita Nr. 5 G-Dur, BWV 829

Partital Nr. 6 e-Moll, BWV 830

 

 

Schaghajegh Nosrati, Klavier

 

zur Künstlerinnenbiografie (Link)

Fotografie: Irène Zandel
Fotografie: Irène Zandel

Ort: Schloss Ebnet, Zehntscheune

Schwarzwaldstr. 278, 79117 Freiburg

 

 

Beginn: Sonntag, 17.07.2022, 11Uhr (Einlass ab 10:20 Uhr)

 

 

Anfahrt und Parkmöglichkeiten:

Die Anfahrt ist ausschließlich von der Schwarzwaldstrasse über die kleine Schlossbrücke in den Schlosshof möglich.

Parkmöglichkeiten stehen auf dem Schlossgelände ausreichend zur Verfügung.

 

 

 

Tickets für die Veranstaltung oder ein stark vergünstigtes Festivalticket für alle 4 Konzerte des Festivals können über den Online-Ticketshop weiter unten oder an der Abendkasse erworben werden. Die Zahl der Plätze ist auf 80 limitiert.

 

Daher wird ein Online-Ticketkauf sehr empfohlen, um sich einen sicheren Platz für dieses wunderbare Konzert zu sichern.

 

Alle Einnahmen kommen den Künstlern und der Aufrechterhaltung dieser kleinen, aber feinen Veranstaltungsreihe zu Gute. 

 

Ticketshop

Kleine Freiburger Musiktage, Einzelticket für 3. Konzert: 6 Partiten J.S.Bach für Klavier solo, Schaghajegh Nosrati

Sonntag, 17.07.2022, 11 Uhr (Einlass ab 10:20 Uhr)

Ticketversand online per E-Mail. Falls ermäßigte Tickets erworben worden sind: Bitte zeige die Berechtigung zur Ermäßigung beim Einlass in das Konzert vor. Danke.

25,00 €

  • Verfügbar

Kleine Freiburger Musiktage: Festivalticket für alle 4 Konzerte

Freitag, 15.07.2022, 19 Uhr: 6 Sonaten u. Partiten für Violine solo, Friedemann Amadeus Treiber

Samstag, 16.07.2022, 20 Uhr: "Unknown Nearness" für Kamantsche solo, Misagh Joolaee

Sonntag, 17.07.2022, 11 Uhr: 6 Partiten für Klavier solo, Schaghajegh Nosrati

Sonntag, 17.07.2022, 17 Uhr: 6 Suiten für Violoncello solo, Stanislas Kim

Ticketversand online per E-Mail. Falls ermäßigte Tickets erworben worden sind: Bitte zeige die Berechtigung zur Ermäßigung beim Einlass in das Konzert vor. Danke.

55,00 €

  • Verfügbar

Schaghajegh Nosrati zu ihrer Aufnahme der 6 Partiten von Bach

"Es gibt unendlich viele Gründe, Bachs Musik zu lieben. Manche sind fasziniert von ihrer Komplexität und handwerklichen Makellosigkeit. Andere schätzen sie für ihren emotionalen und spirituellen Gehalt bei gleichzeitiger Absenz jeglicher Sentimentalität. Wiederum andere erliegen dieser so reizvollen Mischung aus Klarheit und Wärme.

 

Auch ich liebe Bach aus all den erwähnten Gründen, nebst vielen anderen. Für mich steht außer Frage, dass er der größte Komponist aller Zeiten war. Umso erstaunlicher (und sympathischer) finde ich dabei die demütige Haltung, die aus seinen wenigen Äußerungen über das eigene Werk und die eigene Lebensaufgabe als Komponist mitschwingt. Wenn ich lese, dass ein Komponist wie Bach seine gewaltige Partiten-Sammlung unter dem bescheidenen Titel „Clavirübung“ herausgibt oder in einem anderen Zusammenhang formuliert, alle Musik müsse letztlich der „Ehre Gottes und Recreation des Gemüths“ dienen, manifestiert sich darin eine bewusste Ausklammerung der eigenen Person, die in starkem Widerspruch zu der chronischen Selbstüberschätzung und grenzenlosen Egozentrik meiner eigenen Generation steht. 

 

Bei den im Jahre 1731 unter dem Titel „Clavirübung Opus 1“ herausgegebenen Partiten handelt es sich, ebenso wie bei den bereits Jahre zuvor komponierten Französischen und Englischen Suiten, um eine Sammlung von insgesamt 6 Werken, die aus einer Abfolge von unterschiedlichen stilisierten Tanzsätze bestehen. Nahezu jede Suite beinhaltet die Stammsätze Allemande, Courante/Corrente, Sarabande und Gigue, aber auch zwischendurch oder vorab eingestreute Sätze wie z.B. Präludien, Menuette, Passepieds u.v.m., die unter die Bezeichnung „Galanterien“ fallen.

 

Einzig die Partita Nr. 2 in c-Moll weicht vom traditionellen Schema ab, da sie nicht wie üblich mit einer Gigue beschlossen wird. Anstelle der Gigue setzt der Komponist einen mit „Capriccio“ betitelten Tanz ein (übrigens der einzige Satz dieser Art im gesamten Suiten-Schaffen Bachs). Auch die relativ kurze Länge hebt die c-Moll-Partita, die aus lediglich 6 Sätzen besteht, von den übrigen (allesamt 7-sätzigen) Partiten ab. 

 

Die in den Suiten verwendeten Tänze stammen aus verschiedenen Ländern Europas wie Frankreich (Courante, Ouverture, Passepied u.a.), Italien (Toccata, Corrente u.a.), Deutschland (Allemande), Spanien (Sarabande) und England (Gigue). Insofern weisen Musikwissenschaftler zurecht immer wieder darauf hin, dass jede Suite gewissermaßen als musikalische Realisation der Idee einer europäischen Völkerverständigung verstanden werden kann. Obwohl Bach keines dieser Länder je bereist hat (!), kannte er die jeweilige Musik so gut wie kein zweiter.

 

Dies mag einerseits seinem Genius und feinen Gespür für stilistische Nuancen geschuldet sein; andererseits führte aber sicher auch Bachs lebenslanger und akribischer Drang, Werke fremder Meister zu studieren, schon frühzeitig zu einer bemerkenswerten Reife und Sicherheit im Umgang mit dem Stil seiner Vorgänger und Zeitgenossen.

 

Wenn man die Partiten miteinander vergleicht, fällt auf, dass jede von ihnen mit einem individuellen Einleitungssatz versehen ist (Praeludium, Sinfonia, Fantasia, Ouverture, Praeambulum, Toccata), während die Französischen Suiten allesamt mit der Allemande und die Englischen Suiten ausnahmslos mit einem Prélude beginnen. Dadurch bekommt jede Partita eine ganz eigene Note, und der spezifische Charakter der gesamten Suite wird bereits im Anfangssatz etabliert. Die wohl bedeutendsten und am häufigsten repräsentierten Stile sind der französische und italienische. Häufig halten sich Sätze französischen und italienischen Ursprungs die Waage, z.B. in der Partita in B-Dur, die eine italienische Corrente, aber auch ein Menuettpaar im französischen Stil beinhaltet, oder in der G-Dur-Partita, die ebenfalls eine italienische Corrente, aber auch ein Passepied und damit einen Tanz französischen Ursprungs enthält.

 

Lediglich in der D-Dur-Partita und der e-Moll-Partita, den beiden gewichtigsten Werken der Sammlung, findet eine stärkere Konzentration auf einen einzigen Stil statt. So wird die D-Dur-Partita mit einer Ouvertüre im französischen Stil eingeleitet und mit einer französischen Courante und Galanterien im französischen Stil abgerundet. Dahingegen ist die e-Moll-Partita nicht nur im Einleitungssatz vom toccatenhaft-virtuosen italienischen Stil geprägt, sondern auch in der Ausgestaltung der Corrente und der beiden Schlusssätze. Insofern formen diese beiden Werke innerhalb der Sammlung die zwei größten Gegenpole, wie Tag und Nacht. Dies spiegelt sich auch in ihren jeweiligen Tonarten wieder. 

 

Man muss dazu wissen, dass die Wahl der Tonart bei Bach alles andere als beliebig ist. Die barocke Tonartencharakteristik spielt in seinem Oeuvre eine zentrale Rolle, und es verwundert daher nicht, dass er für Werke gleichen Ausdrucks häufig dieselbe Tonart wählt. Umgekehrt bedeutet das für den Interpreten, dass es nicht nur sehr hilfreich, sondern sogar zwingend notwendig ist, möglichst viele Werke unterschiedlicher Gattungen von Bach zu kennen, um den jeweiligen Charakter des zu interpretierenden Stücks besser bestimmen zu können. 

 

So weist die 4. Partita in der gewählten D-Dur-Tonalität eine besonders strahlende und prachtvolle Charakteristik auf, ähnlich wie das 5. Brandenburgische Konzert oder die Orchestersuiten BWV 1068 und 1069. Ganz anders verhält es sich bei der 6. Partita, die in e-Moll und damit einer bei Bach häufig mit Leid und Schmerz assoziierten Tonart steht. Als Beispiele hierfür dienen die (äußerst chromatisch angelegte) e-Moll-Fuge aus dem Wohltemperierten Klavier, Band 1, und die Matthäuspassion.

 

Die Anordnung der Partiten folgt in dieser Einspielung nicht der Reihenfolge des Drucks. Dies hat mehrere Gründe. Zunächst einmal ist eine chronologische Anordnung rein technisch kaum realisierbar, da die Partiten 4 und 6 mit jeweils 30 Minuten Spiellänge zwar auf eine CD passen, aber zusammen mit Nr. 5 schon den üblichen zeitlichen Rahmen von etwa 80 Minuten pro CD sprengen. Abgesehen davon halte ich es persönlich nicht für zwingend, die Partiten in der Reihenfolge des Drucks anzuhören, da der Komponist sicherlich keine Gesamtaufführung im Sinn hatte, sondern jede Partita als in sich geschlossenes Werk betrachtet haben wird.

 

Daher bin ich zu dem Entschluss gekommen, jede CD mit einem ouvertürenhaften Satz beginnen zu lassen (CD 1 beginnt mit der Ouverture der 4. Partita und CD 2 mit der Sinfonia der 2. Partita) und abwechselnd Suiten in Dur und Moll aufeinanderfolgen zu lassen. Außerdem erschien es mir sinnvoll, die Partiten 4 und 6, die ja nicht nur die längsten, sondern auch die konträrsten Werke sind, an den Anfang und Schluss der CD zu stellen und dadurch eine gewisse Symmetrie zu schaffen. Durch die gewählte Anordnung und den ständigen Wechsel zwischen Dur und Moll (wohingegen in der chronologischen Reihenfolge c-Moll und a-Moll sowie D-Dur und G-Dur aufeinanderfolgen) wird die Unterschiedlichkeit der Partiten besonders hervorgehoben:

 

CD 1: Nach der prunkvollen und orchestral gearbeiteten D-Dur-Partita folgt die a-Moll-Partita, deren Grundcharakter man als äußerst leidenschaftlich und drängend bezeichnen könnte. Dazu steht die B-Dur-Partita mit ihrem lieblichen und pastoral anmutenden Charakter in deutlichem Kontrast.

CD 2: Die c-Moll-Partita ist wiederum von großer Dramatik und Tragik gekennzeichnet, während die G-Dur-Partita mit virtuoser Leichtigkeit und feinsinnigem Humor besticht- ganz im Gegensatz zu der passionshaften Schwere der e-Moll-Partita.

Große Kontraste finden sich nicht nur im Vergleich der Partiten, sondern auch in der detaillierten Betrachtung der einzelnen Sätze. Häufig basiert die Musik auf einem Nebeneinander scheinbar widersprüchlicher Elemente: Tanz und Passion, Dramatik und Humor, Religiosität und Sinnlichkeit. Lust und Leid sind untrennbar miteinander verwoben; es gibt keine Freude ohne Schwermut und kein Leiden ohne Hoffnung. 

 

Um also noch einmal auf die Überlegungen des Anfangs zurückzukommen: Bachs Musik geht uns vermutlich gerade deswegen so nahe, weil sie in ihrem „sowohl als auch“ und ihrem bewussten Verzicht auf alles Eindeutige und Holzschnittartige eine komplexe Sicht auf die Welt und die menschliche Existenz offenbart: nämlich als eine permanente und unauflösliche Koexistenz von Gut und Böse, Harmonie und Chaos, Leben und Tod."

 

 

 

Tickets für dieses wundervolle Matinéekonzert, das am Sonntag, den 17.07.2022 um 11Uhr (Einlass ab 10:20 Uhr) beginnt, können im Vorfeld über den unten zu findenden Ticketshop und am Abend des Konzerts an der Matinéekasse erworben werden. Die Anzahl der Plätze ist auf 80 begrenzt. Daher wird ein Online-Ticketkauf sehr empfohlen, um sich einen sicheren Platz für dieses wunderbare Konzert zu sichern.

Fotografie: Irène Zandel
Fotografie: Irène Zandel

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Kleine Freiburger Musiktage, Einzelticket für 3. Konzert: 6 Partiten J.S.Bach für Klavier solo, Schaghajegh Nosrati

Sonntag, 17.07.2022, 11 Uhr (Einlass ab 10:20 Uhr)

Ticketversand online per E-Mail. Falls ermäßigte Tickets erworben worden sind: Bitte zeige die Berechtigung zur Ermäßigung beim Einlass in das Konzert vor. Danke.

25,00 €

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Kleine Freiburger Musiktage: Festivalticket für alle 4 Konzerte

Freitag, 15.07.2022, 19 Uhr: 6 Sonaten u. Partiten für Violine solo, Friedemann Amadeus Treiber

Samstag, 16.07.2022, 20 Uhr: "Unknown Nearness" für Kamantsche solo, Misagh Joolaee

Sonntag, 17.07.2022, 11 Uhr: 6 Partiten für Klavier solo, Schaghajegh Nosrati

Sonntag, 17.07.2022, 17 Uhr: 6 Suiten für Violoncello solo, Stanislas Kim

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50,00 €

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